{"id":1,"date":"2009-10-16T15:16:37","date_gmt":"2009-10-16T14:16:37","guid":{"rendered":"http:\/\/ironmanu.de\/?p=1"},"modified":"2009-11-17T11:43:15","modified_gmt":"2009-11-17T10:43:15","slug":"hallo-welt","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ironmanu.de\/?p=1","title":{"rendered":"Ironman-Worldchampionship Hawaii 10.10.2009"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-146\" style=\"margin: 6px;\" title=\"Hawaii2009\" src=\"http:\/\/ironmanu.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/Hawaii2009.jpg\" alt=\"Hawaii2009\" width=\"360\" height=\"247\" srcset=\"http:\/\/ironmanu.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/Hawaii2009.jpg 400w, http:\/\/ironmanu.de\/wp-content\/uploads\/2009\/10\/Hawaii2009-300x205.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/>Am 1.10.2009 geht es los: der lange Flug nach Hawaii. Ich habe die Reise wieder \u00fcber Hannes Hawaii-Tours gebucht. Sch\u00f6n,Hannes direkt in Frankfurt beim Einchecken zu treffen. An Bord auch noch eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl anderer Triathleten. Bei Ankunft am Keahole Airport in Kona am Abend erwarten uns noch immer 30\u00b0C und \u00fcber 60% Luftfeuchtigkeit, einige wollen den klimatisierten Flieger gar nicht verlassen. Von Hannes Team werden wir gut gelaunt mit einem L\u00e4cheln und einem Lei, dem hawaiianischen Blumenkranz, begr\u00fcsst.<\/p>\n<p>In den letzten Tagen vor dem Rennen herrscht Ausnahme-Zustand in dem sonst eher beschaulichen Ort Kailua-Kona. Die Einheimischen nehmen es gelassen, sie sind stolz darauf, in jedem Jahr die besten Triathleten der Welt zu Gast zu haben. Mir bleiben neun Tage, um die Zeitverschiebung von 12 Stunden zu verdauen und mich zu akklimatisieren. Morgens fr\u00fch trifft man sich am Pier zum Schwimmtraining, anschlie\u00dfend zum Fr\u00fchst\u00fcck im Lava Java Cafe, dem Treffpunkt Nr. 1 der Triathlon-Szene: Sehen und Gesehen werden ist fast so wichtig wie das Fr\u00fchst\u00fcck selbst. Zur weiteren Vorbereitung stehen einige lockere Radausfahrten und schwei\u00dftreibende L\u00e4ufe auf dem Programm. Neben den letzten Trainingseinheiten ist die Rennwoche gef\u00fcllt mit organisatorischen Dingen wie Registrierung und Wettkampfbesprechung, Nationen-Parade und Welcome-Dinner &#8211; mit rund 1800 Athleten plus Begleitpersonen &#8211; ein riesiges Fest. Es werden Videos vergangener Ironman-Rennen auf Hawaii gezeigt, der Kampf der Athleten mit den klimatischen Bedingungen.\u00a0\u00a0 Und Mike Reilly (the voice of Ironman) sagt dazu: &#8218;and you will do this on saturday!&#8216;. Ob das schlau ist? Ein mulmiges Gef\u00fchl in der\u00a0 Magengegend schleicht sich ein. In den Gesichtern der Rookies sieht man vereinzelt Panik. Wenn man Energie f\u00fchlen kann, dann ist das jetzt hier. Die knisternde Spannung kann man fast greifen.<\/p>\n<p><!--more-->Samstag \u2013 Raceday \u2013 endlich! Der Tag der aufregendsten und vermutlich schwersten Pr\u00fcfung in unserer Sportler-Karriere. Die Wetterprognose sagt kaum Wind und trockene Hitze voraus \u2013 wir werden sehen. Um 3:30 Uhr klingelt der Wecker und ich versuche dem Magen noch ein leicht verdauliches Fr\u00fchst\u00fcck zuzumuten. Dann der Transfer zum Startbereich. 5000 freiwillige Helfer werden uns Athleten an diesem Tag unterst\u00fctzen. Besonders beliebt ist das Body-Marking, bei dem die Helfer uns Athleten hautnah erleben und uns mit gro\u00dfer Sorgfalt die Startnummern auf die Oberarme stempeln. Kurz vor dem Start heben die Hubschrauber mit den Kamerateams ab und kreisen \u00fcber dem Pier. Eine Szene wie in Apocalypse now \u2013 G\u00e4nsehaut-Feeling pur.\u00a0 Die Spannung steigt ins Unermessliche.<br \/>\nPunkt 7 Uhr erfolgt der Startschuss in Form eines donnernden Kanonenschlags. Diesmal klappt der Start nicht so gut f\u00fcr mich. Ich habe mich ziemlich rechts am Pier aufgestellt, wo jetzt das gr\u00f6\u00dfte Gedr\u00e4nge ist und gleich in mehreren Etagen geschwommen wird. Pech gehabt \u2013 da kommt man nicht mehr raus. Bis zum Wendepunkt kann ich nicht in meinem Rhythmus schwimmen, bekomme einige Schl\u00e4ge und Tritte ab und verliere kurz die Schwimmbrille. Der R\u00fcckweg verl\u00e4uft dann etwas ruhiger. Am Schwimmausstieg herrscht reges Gedr\u00e4nge, nach 1:04 Stunden bin ich aus dem Wasser. Ganz kurz geht mir durch den Kopf &#8218;Mist, 5 Minuten \u00fcber der angestrebten Zeit!&#8216;. Aber schnell fokussiere ich wieder auf das, was noch vor mir liegt.<\/p>\n<p>Der Wechsel klappt gut und ich gehe auf die Radstrecke, die zun\u00e4chst mit einer kurzen Schleife durch Kona f\u00fchrt. Dann geht es in n\u00f6rdlicher Richtung Hawi \u00fcber den Highway hinaus durch die fast menschenleere Lavaw\u00fcste. Die Sonne brennt, es wird bereits jetzt sehr hei\u00df. Je n\u00e4her ich dem Wendepunkt in Hawi komme, umso st\u00e4rker wird der Gegenwind. Man sagt, der Wind dreht meist zwischen 12 und 1 Uhr mittags. Ich bin etwa um 11 Uhr am Wendepunkt und freue mich auf den ersehnten R\u00fcckenwind. Zu fr\u00fch gefreut, gerade 10 km kann ich mit hohem Tempo den R\u00fcckenwind genie\u00dfen, dann legt jemand den Schalter um und der Wind dreht. Ich lerne die gef\u00fcrchteten Seitenwinde kennen, die ich bisher nur aus Erz\u00e4hlungen kannte. Ich versuche mich auf dem Rad zu halten und hoffe darauf, dass es ab dem Einbiegen auf den Queen-K-Highway besser wird. Was sich leider nicht erf\u00fcllt. Der Wind frischt stark auf und ich komme nur noch im gef\u00fchlten Schneckentempo voran. Die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit tun ihr \u00dcbriges: erste Kr\u00e4mpfe in den Oberschenkeln bei km 140. Ich sage mir &#8218;egal, Du bist ein starker Radfahrer, je h\u00e4rter es auf dem Rad wird, umso besser f\u00fcr Dich&#8216;. Eigentlich bin ich froh nach 5:38 Stunden vom Rad zu steigen. Aber ich erinnere mich an den Spruch &#8218;Finishing the bike leg is a bittersweat victory. After a draining bike leg, your reward will be a very hot marathon.&#8216;<\/p>\n<p>Der zweite Wechsel verl\u00e4uft gut, besonders angenehm ist das eiskalte Handtuch, welches man im Wechselzelt kurz um die Schultern gelegt bekommt. Dann geht es weiter zu Fu\u00df durch die gl\u00fchende Hitze. Ich hatte ja schon im Jahr 2007 die Erfahrung gemacht, dass die ersten 16 km entlang des Alii Drives aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit besonders hart sind. Mental darauf vorbereitet komme ich damit gut zurecht und \u00fcberhole auf den ersten Metern eine Altersklassen-Konkurrentin aus Australien. Wahrscheinlich liege ich jetzt in F\u00fchrung, aber wie weit vorne? Ich denke nur noch von Verpflegungsstation zu Verpflegungsstation, im Abstand von je einer Meile, um mich dort mit Wasser, Eisw\u00fcrfeln, Schw\u00e4mmen, Iso, Cola und PowerBar-Gels zu versorgen. Nach 10 Meilen\u00a0 geht es \u00fcber den steilen Anstieg der Palani Road hinaus auf den Highway, Richtung Flughafen und Energy Lab. Ab jetzt erwarte ich trockene Hitze, doch Fehlanzeige. Die Wolken, die mittags aufgezogen sind und Regen versprochen haben, haben sich einfach aufgel\u00f6st und sorgen f\u00fcr Luftfeuchtigkeit \u00fcber 80% bei 38\u00b0 C. Die Luft flirrt, au\u00dfer den Helfern an den Verpflegungsstationen gibt es hier keine anfeuernden Zuschauer. Man nimmt jetzt alles viel intensiver war, z.B. den gl\u00fchend hei\u00dfen Asphalt unter den Schuhsohlen. Der lang ersehnte Abzweig Richtung Energy Lab bei Meile 18 will einfach nicht n\u00e4her r\u00fccken. Endlich laufe ich doch runter ins Energy Lab, wo es nochmals hei\u00dfer wird. Nach der Wende bergan wird es dann richtig hart: die ersten Krampfans\u00e4tze in den Waden, der Magen rebelliert gegen die hochkonzentrierten Gels. Ab jetzt ist mentale St\u00e4rke gefragt, ich versuche die Aufmerksamkeit auf positive Dinge zu lenken: denke dar\u00fcber nach, worauf ich mich nach dem Ironman besonders freue und an diejenigen, die sich jetzt wahrscheinlich zu Hause die Nacht um die Ohren hauen um mein Rennen zu verfolgen. Das hilft, ich finde langsam wieder meinen Rhythmus und bringe Meile um Meile hinter mich. Ich wei\u00df, dass ich mein Ziel noch erreichen kann: eine Finisher-Zeit unter 11 Stunden. 2 Meilen vor dem Ziel kurz vor Kona, ist der\u00a0 HHT-Fanstand aufgebaut, hier werden wir von Hannes Team so richtig angefeuert. Motiviert versuche ich noch mal alle Kr\u00e4fte zu mobilisieren. Die Palani Road runter zu laufen wird dann leider zur Qual, weil die Blasen unter den F\u00fc\u00dfen inzwischen aufgegangen sind. Ich wei\u00df aber, dass ich es gleich geschafft habe und freue mich auf den Zieleinlauf, den ich in vollen Z\u00fcgen genie\u00dfe (http:\/\/liveupdate.ironmanlive.com\/ppv\/wmf.php?rid=261&amp;bib=815). Unter dem Jubel der Zuschauer biege ich in den Zielkanal, f\u00fcr mich der sch\u00f6nste und emotionalste Zieleinlauf der Welt, und werde von Mike Reilly begr\u00fc\u00dft mit \u201eYou are an IRONMAN\u201c. Na ja, Mike muss noch lernen, dass es IronManu hei\u00dfen muss ;-)<\/p>\n<p>Unter diesen extrem harten Bedingungen bin ich mit meiner Finisher-Zeit von 10:58:47 sehr zufrieden und auch mit dem Vize-Weltmeistertitel. Um nur 88 Sekunden bin ich am 1. Platz und damit der direkten Qualifikation f\u00fcr Hawaii 2010 knapp vorbei geschrammt. Ob ich mich dar\u00fcber \u00e4rgere? Nein, denn wenn ich schon dieses Jahr Weltmeister geworden w\u00e4re, h\u00e4tte ich ja keine Ziele mehr ;-) Meinen Blumenkranz, den ich im Ziel erhalten habe, habe ich jedenfalls vor Abflug wieder ins Meer geworfen, nat\u00fcrlich am Pier: nach hawaiianischem Glauben bringt diese Geste einen wieder genau an diesen Ort zur\u00fcck.<br \/>\nDanken m\u00f6chte ich allen, die mich auf diesem langen Weg &#8211; nach und auf Hawaii &#8211; unterst\u00fctzt haben. Mahalo!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 1.10.2009 geht es los: der lange Flug nach Hawaii. Ich habe die Reise wieder \u00fcber Hannes Hawaii-Tours gebucht. Sch\u00f6n,Hannes direkt in Frankfurt beim Einchecken zu treffen. An Bord auch noch eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl anderer Triathleten. 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